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Online-Vortrag: "Der Körper im Antiken China"

"Ji Kang und seine asketische Praxis" von Dr. Manhua Li

Kennen Sie jemanden, der auf Wein verzichten kann und sich nicht satt essen will oder vielleicht jemanden, der nicht in einem Haus schläft und nichts als einen Mantel und einen Stock besitzt? Ist er vielleicht ein Bettler oder ein Obdachloser? Ein Verrückter? Sie liegen fast richtig, er ist ein Philosoph!
Die Philosophen sind diejenigen, die ursprünglich das Leben der Asketen führten, ein Leben voll frei gewählter Entbehrungen. Für Seneca oder Marcus Aurelius ist Askese eine Übung des Selbst: Indem man seinen Körper auf die Probe stellt, arbeitet man am Geist, um Wahrheit und Glück zu erlangen. Doch ist der Körper immer dazu verurteilt, zugunsten des Denkens geopfert zu werden? Inspiriert von der chinesischen Philosophie versucht Frau Dr. Manhua Li zu zeigen, dass der Körper nicht dazu bestimmt ist, bei der Ausübung von Askese zu leiden, sondern dass er, im Gegenteil, in ihr gedeihen kann.

Manhua Li ist Doktor der Philosophie (Ecole Normale Supérieure in Paris 2019) und Übersetzerin. Sie war Forscherin am Laboratorium des Husserl-Archivs und konzentriert sich auf Forschungen zur interkulturellen Ästhetik und Ethik. Sie erhielt ein Stipendium des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und ein Stipendium des Centre Interdisciplinaire d’Études et de Recherches sur l’Allemagne (CIERA) für einen Besuch des Nietzsche-Kolloquiums an der Universität Freiburg.

Aus der Reihe "Klassik und Moderne - Inspirationen aus dem fernen Osten"

Text: Klassik und Moderne - Inspiration aus dem fernen Osten
Bild: Konfuzius-Institut Freiburg