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Ab Mai 2020 | WaldHaus Freiburg

StadtWaldMensch – 900 Jahre Wald für Freiburg

Wohl kaum je zu vor waren so viele Menschen in Freiburger Stadtwald unterwegs, wie in den warmen und sonnigen Frühlingswochen 2020. In Coronazeiten stellt der Wald als „grüne Lunge“ ein weiteres Mal unter Beweis, welchen unschätzbaren Wert er für die Stadt und ihre Bewohnerinnen und Bewohner hat.
Und doch haben vermutlich die wenigsten eine Vorstellung von seiner Geschichte oder seiner gesamten Ausdehnung.

Das soll sich ändern. Anlässlich des Freiburger Stadtjubiläums haben sich das Städtische Forstamt und das WaldHaus die anspruchsvolle Aufgabe gestellt, 900 Jahre Waldgeschichte und die Leistungen von 5200 Hektar Stadtwald in einer Ausstellung zu präsentieren.
 
Was wäre die Stadt Freiburg ohne ihren Wald? Wo zeigt sich der Wald in der Stadt? Was leistet der Wald heute für die Freiburgerinnen und Freiburger? Und wer sorgt dafür, dass er all diese Leistungen erbringen kann?
 
Bereits die Anfänge der Stadt liegen in einem Wildbann aus dem Jahr 1008 und vom mittelalterlichen Silberbergbau am Schauinsland bis zum Bau des Münsters gründet sich die Entwicklung Freiburgs auf den Wald. Jahrhundertelang trug er wesentlich zur Grundversorgung der Bürgerinnen und Bürger bei. Im 19. Jahrhundert begann die Karriere des Stadtwalds als Erholungs- und Freizeitort für die Bürgerinnen und Bürger Freiburgs sowie für eine zunehmende Zahl an Touristen. Doch auch in der Gegenwart ist die Bedeutung des Waldes für Freiburg fundamental. Er ist weiterhin Holzlieferant und Arbeitsplatz, Erholungs- und Freizeitort, Wasserspeicher und -filter, er reinigt und kühlt die Luft, speichert CO² und bietet Lebensraum für Tiere und Pflanzen.

Die Ausstellung lädt zu einem Streifzug durch die Geschichte, Gegenwart und Zukunft des Stadtwalds ein. Er beginnt im Außenbereich des WaldHauses mit der Baumscheibe einer Eiche von 1815, deren Jahresringe von wichtigen Ereignissen seit dieser Zeit erzählen. Bei einem Zuwachsspiel kann man sich aktiv mit der Holzproduktionsleistung des Stadtwalds messen.

Das erste Highlight im Innenbereich ist eine Großillustration im Treppenaufgang. Sie gibt einen anschaulichen Eindruck davon, dass Freiburgs Stadtwald vom tiefsten Punkt im Mooswald bis zum Schauinslandgipfel über 1000 Meter Höhenunterschied aufweist und welche Bedeutung die unterschiedlichen Vegetationszonen für die Baum- und Artenvielfalt haben. Als weiterer Höhepunkt, da vermutlich weitgehend unbekannt, ist eine Kopie der ersten detaillierten Forst- und Gemarkungskarte von 1782 zu bestaunen.

Acht geheimnisvolle Schatzschreine und drei Lauschkästen erwartet das Publikum in der eigentlichen Waldschatzkammer, bevor es mit altem und modernem Arbeitsgerät um das Thema Waldarbeit und Holztransport geht. Ein Holztransportschlitten, eine original Zweimannmotorsäge, Zeitzeugeninterviews und ein Film spiegeln auf eindrucksvolle Weise Erfahrungen und Entwicklungen aus vielen Jahrzehnten Waldarbeit bis in die Gegenwart wider.

Von langen Erfahrungen zeugt auch die Amtsstube mit Originalinventar aus dem Forstamt in der Günterstalstraße 71, das von 1937 bis 2016 nicht nur Dienst- sondern auch Wohnsitz der jeweiligen Amtsleiter und ihrer Familien war. Auf zwei Telefonen geben Interviews aus verschiedenen Zeiten und Perspektiven einen Eindruck vom Leben und Arbeiten im Forstamt von der Mitte des vergangenen Jahrhunderts bis in die aktuelle Gegenwart. Ganz speziell um unsere Zukunft und die zentrale Rolle des Stadtwalds im Zusammenhang mit der Klimaerhitzung dreht sich alles in einem begehbaren Gewächshaus. Wer es bis jetzt nicht wusste, erfährt genau, wie der Wald als Kohlendioxidspeicher funktioniert und erhält praktische Tipps, wie man sich im Alltag klimafreundlicher verhalten kann.
In der letzten Station dürfen alle großen und kleinen Besucherinnen und Besucher ihre eigenen Eindrücke und Erfahrungen einbringen. In Zeiten von Google Maps können sie sich ganz analog auf einer großen Waldfreizeitkarte orientieren und dort ihre Lieblingsorte posten oder ihre Ideen zur Zukunft des Stadtwalds darstellen.

Öffnungszeiten:

Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr
Sonntag mit Café von 12 bis 17 Uhr
Einlass in die Ausstellung bis 16:30 Uhr
Mund-Nasen-Schutz-Pflicht, bitte Hygieneregeln beachten!
Weitere Informationen unter: www.waldhaus-freiburg.de
 

Begleitprogramm zur Ausstellung:

12.09.Exkursion in den Mooswald: Der Wald im KlimawandelTreffpunkt: Parkplatz am Schwimmbad Umkirch, Mundenhofer Weg 10Beginn: 9:30 Uhr (bis ca. 12:00 Uhr)
27.09.Schauinslandwanderung: von der Bergstation nach Günterstal (Wanderung)Treffpunkt 10:15 Talstation Schauinslandbahn oder 11:00 Eingang BergstationBeginn: 10:15/11:00 Uhr (bis ca. 17:00 Uhr)
27.09.Fahrradtour in drei Etappen vom Mooswald auf den SchauinslandTreffpunkt: Steinriedhalle Waltershofen (Etappe 1), St. Georgen, Brücke am Dorfbach (Etappe 2), WaldHaus Freiburg (Etappe 3)Zeit: 9:00 Uhr, Etappe 1, 10:30 Uhr Etappe 2, 13:00 Etappe 3
03.10.Exkursion: Jagdgeschichte(n) im StadtwaldTreffpunkt: Forsthaus Kartäuserstraße 129Zeit: 14:00 Uhr (bis ca. 16:00 Uhr)
15.10.Ausstellungsführung StadtWaldMensch – 900 Jahre Wald für Freiburg, Führung durch die AusstellungOrt: WaldHausFreiburgZeit: 16:00 Uhr
24.10Wanderung: Pingen, Klusen, Rießen – Spuren historischer Waldnutzung amSchauinsland (Wanderung)Treffpunkt Talstation SchauinslandBeginn: 9:30 Uhr (bis ca. 13:30 Uhr)

Eichenfällung Mooswald 1912-13 (Foto: Martha Müller, geb. Rinkenbach)
Pferdegespann beim Holzrücken im Mooswald 1934 (Foto: Stiftung WaldHaus Freiburg)
Veranstaltungsort

Waldhaus Freiburg

Waldhaus Freiburg
Wonnhaldestr. 6
79100 Freiburg