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18. bis 21. Juli 2020 | Komturplatz 2, Schlossberg 3 (ehemalige Festung), Rathausplatz

Position_900-Freiburg sonifiziert

Im Jahr 2020 jährt sich die Gründung der Stadt Freiburg zum 900. Mal. Die Künstlerkooperative „Human Factory“ hat sich zum Ziel gesetzt, dieses historische Datum klanglich in der Gegenwart zu verorten. Historische und geographische Daten werden kompositorisch verbunden mit den aktuell anwesenden Klängen von Plätzen und Menschen. Ein kompositorisches und technisch verwobenes Netz, bestehend aus einem Streicherensemble (ca. 15 Musizierende) und elektronischen portablen Klangerzeugern, dient der Bespielung eines öffentlichen Raums.

Über einen noch festzulegenden Zeitraum – z.B. 60’- hinweg verbinden sich instrumental und synthetisch generierte Klänge subtil mit der Klanglichkeit des Ortes und dessen Besucher_innen. Töne, Rhythmus als auch die Positionierung der Klangquellen werden abgeleitet aus Geo- und historischen Daten der Stadt Freiburg. Verwendet werden Daten, die sich sowohl aus der Lage der Stadt – Längen-/Breitengrad, Höhe ü.M., Fläche, Einwohnerzahl etc.- als auch solche, welche ein wichtiges historisches Datum markieren, wie beispielsweise das Gründungsjahr, Bau des Münsters etc. Aus diesem Material wird von Harald Kimmig und Ephraim Wegner eine Komposition erstellt. Durch leichte Verstärkung und elektronische Bearbeitung wird die Fläche des Platzes zu einer Klangfläche, aus denen verschiedene Schattierungen vom Unisono bis zu Interferenzen und Obertonreibungen entstehen. Die Alltagsgeräusche und die normale Betriebsamkeit des Ortes sind Teil der Komposition – Musiker und Elektronik sind dazu aufgefordert das unmittelbare Klangaufkommen der Umgebung in das eigene Spiel und die daraus resultierende Klangintervention zu integrieren.Es verbinden sich der Soundscape und die Klanglichkeit eines Ortes mit den in Klänge transferierten Spezifika der Stadt Freiburg. Ob absichtsvoll oder zufällig agierend, werden die Bewohner_innen und Besucher_innen auf diese Weise zu Mitinterpret_innen, bzw. Mitgestalter_innen der Komposition. Sie erleben sich in dieser Rolle unmittelbar als selbstwirksam und betreten einen künstlerischen Raum in ihrer alltäglichen Umgebung ohne die räumlichen, finanziellen und rituellen Hürden eines Konzert- oder Kunstraumes überwinden zu müssen. Neue Musik mit ihren Klängen kann so als Teil der gegenwärtigen Lebenswelt bewusst werden, indem sie sich sicht- und hörbar und im wörtlichen Sinn des Wortes zugänglich macht und verdeutlicht, dass auch die Zuhörer_innen selbst Teil der Gegenwartsklänge sind.

Veranstaltungsorte: Komturplatz 2, Schlossberg 3 (ehemalige Festung), Rathausplatz