2020/ 2021 I Diverse Orte im Grün und Sedanquartier

GrundRisse - ein Quartier im Umbruch

Am Beispiel des Viertels Grün und Sedanquartier, in dem die ehemalige Grether Fabrik steht und in dem wir wohnen und arbeiten, wollen wir aufzeigen, wie sich Freiburg ständig verändert. Uns interessieren dabei besonders die Umbrüche, die Risse, die sich in die Mauern der Stadt und in das Gedächtnis seiner Bewohner_innen eingegraben haben.

Wir sind auf Spurensuche per:

Ausstellung

15 Stationen unter freiem Himmel
Im Grün und Sedanquartier
17. April bis 24. Mai 2021

Die Bebauung von Freiburgs Sedanviertel und Im Grün begann vor etwa 150 Jahren, als die landwirtschaftlich genutzten Flächen vor der ehemaligen Festungsanlage zu Bauland wurden. Schon damals wirkten verschiedene Bedürfnisse einer wachsenden Stadt auf das entstehende Quartier ein. Wohnraum für Adel, Bürgertum und Arbeiter_innen, industrielle und handwerkliche Betriebe, repräsentative Bauten für Kultur und Bildung sowie Räume für alltägliches Vergnügen prägten das Gebiet in unterschiedlicher Art und Weise. Seitdem ziehen sich widerstreitende Interessen, Brüche und gesellschaftliche Entwicklungen als GrundRisse durch die Geschichte eines Quartiers im Umbruch.

Stadtgeschichte verweist gerne auf das Gewordene. Oft treten dabei die Brüche und Risse des Werdens in den Hintergrund. Doch Städte sind nicht nur geplant, und Entwicklungen, die im Rückblick als logische Konsequenz erscheinen, waren oft umstritten und nur selten ohne zeitgenössische Alternativen. Ein Wechsel der Perspektive kann dies verdeutlichen: eine Stadt besteht aus Quartieren und diese wiederum aus Gebäuden, die für bestimmte Zwecke errichtet wurden. Im Laufe der Zeit wirken gesellschaftlicher Wandel, lokale Auseinandersetzungen und gewandelte Bedürfnisse auf die Gebäude ein, verändern sie oder schaffen Platz für Neues.

Ein kooperatives Ausstellungsprojekt des Grethergeländes, des Instituts für Kulturanthropologie und Europäische Ethnologie der Uni Freiburg und des Fachbereichs Gestaltung der Hochschule Offenburg zeichnet diesen Wandel an 15 Stationen im Quartier nach. Ausgehend von einzelnen Gebäuden und Arealen macht es dessen Entstehung und die vielfältigen Veränderungen in den vergangenen 150 Jahren sichtbar.

Die Stationen geben Einblicke in Gründerzeit, Werkstätten, Industriebetriebe, Zwischennutzungen, Auseinandersetzungen um selbstbestimmte Freiräume, Verdrängungen sowie den Wandel zur Dienstleistungsgesellschaft. Dieser Blickwinkel wirft auch Fragen nach der Stadt von morgen auf. Denn so betrachtet, kann Stadtgeschichte dazu ermutigen, sich einzumischen und das Leben in den Stadtquartieren aktiv 
mitzugestalten.

www.alltagskultur.info/grundrisse

Audioguide

Der Audioguide möchte neugierig machen, hinter den Toren der veganen Imbisse und Cocktailbars die historischen Entwicklungen zu entdecken. Anna und Artur nehmen mit auf ihre Tour durchs Viertel. Jahrelang haben sie das Maul gehalten. Jetzt plaudern sie aus dem Nähkästchen. Ebenfalls zu Wort kommen Menschen, die besetzt, protestiert, gekauft, getanzt, gerechnet, renoviert und saniert haben….
www.rdl.de/audioguide-im-gruen

Veranstaltungen

Unsere Veranstaltungen sollen kontroverse Themen zur Sprache bringen und Diskussionen ermöglichen.
Die erste Veranstaltung 2021 zu hierzu ist eine Radiosendung am 24. März auf Radio Dreyeckland zum Thema: "racial profiling - keine Stadt für alle". Uhrzeit: 16:00 bis 17:00 Uhr.
Weitere Informationen unter www.grether.syndikat.org

Collage mit alten Bildern in schwarz-weiß
(Foto: Grether Syndikat)