Meilensteine der Stadtgeschichte

Von der Marktgründung durch Konrad von Zähringen im Jahr 1120 bis zur heutigen Green City: Freiburgs Geschichte ist geprägt durch zahlreiche Herrscher und kreative Köpfe, aber auch durch zerstörerische Kriege und zukunftsweisende Ideen und Entscheidungen.

Erfahren Sie hier die wichtigsten Meilensteine der Freiburger Geschichte und begeben Sie sich mit uns auf eine Reise durch 900 Jahre Stadtentwicklung:

1120 bis 1218: Die Zeit der Zähringer

1120

Konrad von Zähringen, Bruder des amtierenden Herzogs Bertold III., verleiht der Händlersiedlung um die „Freie Burg“ das Marktrecht. Rechte und Pflichten der Bürgerinnen und Bürger werden in einer 80 Artikel umfassenden Gründungsurkunde festgelegt.

Stadtrecht (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Rekonstruktion des Gründungsplans um 1118-1120 (Stadtarchiv Freiburg M 75-13 Nr.1, Foto Max Hess)

1146

Erste Erwähnung der Pfarrkirche an der Stelle des späteren Münsters bei einem Besuch von Bernhard von Clairvaux.

Ca. 1210

Neubau des Freiburger Münsters für eine Bevölkerung von mittlerweile 8.000 Bürger_innen durch Herzog Bertold V.

Stadtrecht (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Stadtrecht (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1218 bis 1368: Die Grafen von Freiburg

Zähringerstammbaum (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Zähringerstammbaum (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1218

Nachfolger von Herzog Bertold V. wird nach seinem Tod sein Neffe, Graf Egino von Urach. Dieser nennt sich daraufhin „Graf von Freiburg".

Stadtsiegel
Stadtsiegel von ca. 1245

​​1245

Das erste, noch aus der zähringischen Zeit stammende Stadtsiegel gehört zu den ältesten Stadtsiegeln überhaupt. Es zeigt ein zweitürmiges Stadttor. Aus diesem Motiv entwickelte sich das später übliche Siegelbild: Eine gezinnte Stadtmauer mit drei Toren und drei von vier Sternen begleiteten Türmen; auf den äußeren Türmen steht je ein das Harsthorn blasender Wächter, unter dem mittleren Tor befindet sich eine Lilie.

1246

Erste Erwähnung der Freiburger Bächle.

1303

Erste Erwähnung eines Rathauses in Freiburg.

1368

Ende des fast 100 Jahre andauernden Konfliktes zwischen Stadtherr und Bürger_innen. Mit 15.000 Mark Silber kauft sich die Stadt von der Herrschaft der Grafen frei und begibt sich freiwillig unter den Schutz des Hauses Habsburg.

1368 bis 1618: Freiburg unter der Herrschaft Habsburgs

Übergabeurkunde (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Übergabeurkunde (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1368

Mit der Übergabeurkunde erhalten die Bürgerinnen und Bürger eine neue Stadtverfassung mit weitgehender Selbstverwaltung.

1386

Das Stadtwappen, das rote Kreuz in Silber/ Weiß, begegnet erstmals auf dem in der Schlacht bei Sempach 1386 von den Eidgenossen erbeuteten Stadtbanner und fand im Siegel des Schultheißenamts kurze Zeit später erstmals Eingang in die städtischen Siegel und ist etwa ab 1500 als Stadtwappen allgemein in Gebrauch.

Abbildung der Schlacht von Sempach mit dem Freiburger Banner in der Luzerner Chronik von Diebold Schilling (1513)
Abbildung der Schlacht von Sempach mit dem Freiburger Banner in der Luzerner Chronik von Diebold Schilling (1513)

1390

Volkszählung: Freiburg hat ca. 9.000 Einwohner_innen.

1457 ​

Erzherzog Albrecht VI. von Österreich stiftet die Freiburger Universität.

1497/98

Reichstag König Maximilians I. in Freiburg.

1520

Der Stadtschreiber und Universitätsprofessor Ulrich Zasius verfasst das neue Freiburger Stadtrecht. Bau des Kaufhauses am Münsterplatz.

Münster aus dem großen Sickingerplan von 1589 (Stadtarchiv Freiburg M75-13 Nr. 2777)
Münster aus dem großen Sickingerplan von 1589 (Stadtarchiv Freiburg M75-13 Nr. 2777)

1564

Der  Pest fallen an die 2.000 Menschen zum Opfer.

Modell 1598 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Modell 1598 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1618 bis 1798: Die Epoche der Kriege

1632

Mit der Eroberung Freiburgs durch schwedische Truppen erreicht der Dreißigjährige Krieg die Stadt.

1644, Freiburg ist nach einer Schlacht am Lorettoberg zwischen bayrischen und französischen Truppen unter französischer Besetzung.​ (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
1644, Freiburg ist nach einer Schlacht am Lorettoberg zwischen bayrischen und französischen Truppen unter französischer Besetzung.​ (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1644

Freiburg ist nach einer Schlacht am Lorettoberg zwischen bayrischen und französischen Truppen unter französischer Besetzung.

1651

Freiburg wird Sitz der vorderösterreichischen Regierung, die aus dem französischen Elsass nach Freiburg verlegt wird.

1677

Eroberung Freiburgs durch Ludwig XIV. Bau einer der modernsten Festungsanlagen am Oberrhein nach Plänen des Marquis de Vauban.

Belagerung der Stadt durch französische Truppen 1677 (Stadtarchiv Freiburg M 75-13 Nr. 5, Plan von Johann Baptist Gumpp)
Belagerung der Stadt durch französische Truppen 1677 (Stadtarchiv Freiburg M 75-13 Nr. 5, Plan von Johann Baptist Gumpp)

1697

Im Frieden von Rijswijk kommen Freiburg und Breisach wieder zu Österreich.

Pergamentplan von 1706 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Pergamentplan von 1706 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1713

Belagerung und Eroberung Freiburgs im Spanischen Erbfolgekrieg.

1744

Belagerung und Einnahme der Festung durch die Franzosen im Österreichischen Erbfolgekrieg. Große Not in der Stadt, die nur noch etwa 3.000 Einwohner_innen hat.

1806 bis 1918: Freiburg im Großherzogtum Baden

1806

Übergabe Freiburgs und des Breisgaus an den Kurfürsten Karl Friedrich von Baden.

Röschplan von 1825 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Röschplan von 1825 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1813/14

Befreiungskriege: Um die Jahreswende marschieren über 660.000 Soldaten der Allianz gegen Napoleon durch die Stadt. Kaiser Franz I. von Österreich und König Friedrich Wilhelm II. von Preußen weilen mit dem Kronprinzen und Zar Alexander I. von Russland in Freiburg. In der Folge des Krieges herrschen schwere Teuerung und Hungersnot.

1815

Freiburg hat 9.907 Einwohner_innen.

1821

Freiburg wird Sitz des Erzbischofs, das Münster wird zum Dom.

1845

Inbetriebnahme der Bahnlinie Freiburg-Offenburg. Die Stadt wird über den Festungsgürtel nach allen Seiten erweitert und beginnt, ihre mittelalterliche Ausdehnung wieder zu erreichen.

1848/49

In der Badischen Revolution ist Freiburg Schauplatz blutiger Straßenkämpfe.

1852

Freiburg hat 16.441 Einwohner_innen.

1887

Eröffnung der Höllentalbahn Freiburg-Neustadt.

1888

Mit dem Amtsantritt von Oberbürgermeister Otto Winterer beginnt die „Wintererzeit", in der sich Freiburg zur modernen Großstadt entwickelt.

Stadtplan von 1898 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Stadtplan von 1898 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1900

Freiburg hat 61.504 Einwohner_innen. Zum Sommersemester sind an der Albert-Ludwigs-Universität erstmals im Reich Frauen offiziell zum Studium zugelassen.

1901

Freiburg erhält eine elektrische Stromversorgung und bekommt eine Straßenbahn.

1910

Eröffnung des Stadttheaters.

1911

Eröffnung des neuen Kollegienhauses der Universität (KG I). Die Universität hat erstmals über 3.000 Studierende, die Stadt hat über 83.000 Einwohner_innen.

1914–18

Erster Weltkrieg: Feindliche Luftschiffe und Flugzeuge werfen mehrfach Bomben auf die Stadt.

1918

Am 9. November wird auf dem Karlsplatz die Revolution ausgerufen. Am 23. November verzichtet der Großherzog auf den Thron. Baden ist fortan eine Republik.

1918 bis 1933: Freiburg in der Republik Baden

1920er

Aufschwung in Freiburg: Neue Siedlungskomplexe wie die Gartenstadt Haslach oder das Beurbarungsviertel werden fertiggestellt.

Innenhof mit Kreuzgang des ehemaligen Augustinerklosters 1920-1923 (Stadtarchiv Freiburg M75-13 Nr. 798 Foto Ruf)
Innenhof mit Kreuzgang des ehemaligen Augustinerklosters 1920-1923 (Stadtarchiv Freiburg M75-13 Nr. 798 Foto Ruf)

1923

Eröffnung des Augustinermuseums.

1930

Eröffnung der Schauinslandbahn als erste Personenseilbahn der Welt nach dem Umlaufprinzip. Freiburg hat erstmals über 100.000 Einwohner_innen und zählt damit fortan als Großstadt.

1933 bis 1945: Freiburg im Nationalsozialismus

Rathaus 1933 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Rathaus 1933 (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1933

Politische Gleichschaltung nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten: Ablösung des gewählten Oberbürgermeisters Karl Bender durch einen Parteigenossen Franz Kerber. Beginn der Verfolgung von politischen Gegnern und jüdischen Mitbürgern.

1938

Zwangseingemeindung von St. Georgen. In der Reichspogromnacht wird die Synagoge, die sich auf dem heutigen Platz der Alten Synagoge befand, in Brand gesteckt.

1940

Deportation der badischen und pfälzischen Juden in das Lager Gurs am Fuß der Pyrenäen.

1944

Schwerster Luftangriff während des 2. Weltkriegs am 27. November. Ein Großteil der Altstadt liegt in Trümmern, fast 3.000 Menschen finden den Tod.

1945

Im April besetzen französische Truppen die Stadt.

1946 bis 1960: Französische Besatzung und Wiederaufbau

Winter (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1946

Erste freie Gemeinderatswahlen seit dem Ende der Weimarer Republik, Oberbürgermeister wird Wolfgang Hoffmann.

1946–1952

Freiburg als südbadische Hauptstadt: die Landesversammlung wählt Leo Wohleb zum Ministerpräsidenten des Landes Südbaden. Amtssitz wird das Colombischlössle, Parlamentsgebäude ist das Historische Kaufhaus.

1952

Freiburg wird nach einer umstrittenen Volksabstimmung Teil des Landes Baden-Württemberg.

1959

Besançon (Frankreich) wird erste Partnerstadt Freiburgs. Es folgen Innsbruck (Österreich, 1963), Padua (Italien, 1967), Guildford (Großbritannien, 1979), Madison (USA, 1988), Matsuyama (Japan, 1988), Lemberg (Ukraine, 1989), Granada (Spanien, 1991), Isfahan (Iran, 2000), Tel Aviv/Yufo (Israel, 2015), Suwon (Südkorea, 2015) und Wiwili (Nicaragua, 2015).

1960 bis heute: Erweiterung nach Westen und Green City

1963

Freiburg hat mehr als 150.000 Einwohner_innen: bis zur Mitte der 70er Jahre entstehen im Westen der Stadt die neuen Stadtteile Weingarten und Landwasser.

1969

Fertigstellung der Ringstraße um die Altstadt: Freiburgs Innenstadt wird zur Fußgängerzone.

1974

Mehrere Gemeinden am Tuniberg und im Osten der Stadt werden zu Stadtteilen.

1986

Landesgartenschau in Freiburg.

1993

Abzug der französischen Truppen aus Freiburg: Auf dem ehemaligen Militärgelände entsteht der Stadtteil Vauban.

Vauban (Foto: FWTM Schoenen)

​​1995

Im Freiburger Westen ensteht auf dem städtischen Rieselfeld ein neuer, attraktiver Stadtteil gleichen Namens.

1996

Einweihung des Konzerthauses am Bahnhof.

Konzerthaus (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)
Konzerthaus (Foto: Städtische Museen Freiburg, Museum für Stadtgeschichte)

1999

Fertigstellung des neuen Hauptbahnhofs, er ersetzt das seit dem zweiten Weltkrieg bestehende provisorische „Bahnhöfle".

Hauptbahnhof (FWTM Spiegelhalter)
Hauptbahnhof (FWTM Spiegelhalter)

2000

Eröffnung der Neuen Messe am Flugplatz.

Messe Freiburg (Foto: FWTM Wudtke)
Messe Freiburg (Foto: FWTM Wudtke)

2002

Wahl von Dieter Salomon zum Oberbürgermeister: Freiburg erhält als erste deutsche Großstadt ein grünes Stadtoberhaupt.

2011

Papst Benedikt XVI. besucht Freiburg im Rahmen seiner Deutschlandreise.

Papstbesuch (Foto: FWTM Schoenen)
Papstbesuch (Foto: FWTM Schoenen)

2015

Eröffnung der neuen Universitätsbibliothek.

2015, Unibibliothek (Foto: FWTM-Müller)
Unibibliothek (Foto: FWTM-Müller)

2017

Einweihung des neu gestalteten Platzes der Alten Synagoge.

Platz der Alten Synagoge (Foto: FWTM Antal)
Platz der Alten Synagoge (Foto: FWTM Antal)

2018

Martin Horn wird zum Oberbürgermeister gewählt.

2019

Die Straßenbahn nimmt den Betrieb auf der neu gestalteten Achse Kronenbrücke - Rotteckring - Siegesdenkmal auf. Bürgerentscheid: Der neue Stadtteil Dietenbach kann gebaut werden.